Franz Schubert, Robert Schumann, Wolfgang Amadeus Mozart u. a., Lieder

Andrea Chudak, Lidiya Naumova (2008)
Antes/MW CD 4014513023773 (49’)

Kunst und Klampfe
Aparte Idee: Musik in Beziehung gesetzt zu Bildender Kunst. Die bei der motivisch orientierten Lied-Anthologie „Im Grase lieg ich“ als CD-Cover benutzte Zeichnung ist durchaus ein Blickfang, aber der intensive Kontakt zwischen der Malerin Doris Kollmann und den musikalischen Interpreten Andrea Chudak und Lidiya Naumova hätte eigentlich ein umfänglichere Auswahl von Bildern im Booklet nahegelegt.

Auch das eine knappe Stunde währende Programm hätte um das eine oder andere Lied ergänzt werden dürfen. So aber steht beispielsweise für die Moderne lediglich der heute nahezu vergessene Karl-Rudi Griesbach, dessen Karriere sich nach dem Krieg in der DDR abspielte. Seine beiden Lieder wirken musikalisch unanstößig und kaum repräsentativ für das 20. Jahrhundert. Ansonsten gibt es mit Carl Philipp Emanuel Bach, Mozart, Mendelssohn, Schubert, Schumann und Brahms einen angemessenen Querschnitt, ergänzt durch das Volkslied „Ich geh’ durch einen grasgrünen Wald“. Das alles wird von der in puncto Dynamik sehr bemühten Andrea Chudak mit freundlichem Sopran dargeboten. Die Stimme versteift sich aber schon mal („Feldeinsamkeit“), und das Ausdrucksspektrum wirkt begrenzt. Für Gitarrenbegleitung beim Kunstlied haben sich schon andere Sänger gelegentlich entschieden: Peter Schreier bei Schuberts „Müllerin“, Scot Weir bei der „Winterreise“. Was aber außer Andersartigkeit bringt das? Bei „Feldeinsamkeit“ und „Ungeduld“ kommt Lidiya Naumovas Begleitung sogar einer Versimpelung gleich. Außerdem steht die tiefe Gitarrenlage in keinem sehr vorteilhaften Kontrast zu der Sopranstimme. Es bleiben Zweifel am künstlerischen Gewinn.

Christoph Zimmermann, in: Fono Forum, Januar 2010, Seite 85

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