Nota Bene Norbert Burgmüller.

Studien zu einem Zeitgenossen von Mendelssohn und Schumann.
Hrsg. von Tobias Koch und Klaus Martin Kopitz.

128 S., Abb. und Notenbeispiele.
Köln: Verlag Christoph Dohr, 2009
ISBN: 978-3-936655-61-2

Ergänzend zur Gesamtausgabe der Werke Norbert Burgmüllers, die von der Düsseldorfer Burgmüller-Gesellschaft initiiert wird, erscheint dieser ansprechend gestaltete Aufsatzband mit aufschlussreichen Beiträgen von Burgmüller- Spezialisten aus den USA, Japan, Italien und Deutschland. Dokumentiert wird der neueste Forschungsstand über den Düsseldorfer Komponisten, dem zuletzt vor elf Jahren eine eigene Publikation gewidmet wurde. Nachdem die Biographie des lange Zeit stark vernachlässigten Komponisten inzwischen ausreichend aufgearbeitet wurde, sollen in vorliegender Publikation nun darüberhinaus gehende neue Wege in der Burgmüller-Forschung eröffnet werden.

Der umfangreiche Beitrag von Eric Frederick Jensen beschäftigt sich unter dem Titel ”Die zurückgekehrte Engelsmusik“ mit der Beziehung zwischen Norbert Burgmüller und Robert Schumann. Obwohl die beiden sich nie persönlich kennenlernten, gibt es erstaunlich viele Ber¨uhrungspunkte zwischen ihnen, von denen einer die von Schumann in mehreren Werken zitierte, aus Burgmüllers 2. Sinfonie stammende so genannte ”Engelsmusik“ ist. Es handelt sich dabei um jene, auch als ”Geisterthema“ berühmt gewordene Melodie, die nach Schumanns eigener Aussage ”ihm die Engel vorsangen“ und die er sowohl im zweiten Satz seines Violinkonzertes zititert, als auch als Basis für seine erst posthum veröffentlichten ”Klavier-Variationen über ein eigenes Thema in Es-Dur“ verwendet.

Die berühmten beiden Aufsätze Schumanns in der Neuen Zeitschrift für Musik von 1839 zu Norbert Burgmüller sind mit der Kommentierung von Klaus Martin Kopitz abgedruckt. Den vielfältigen Beziehungen Burgmüllers zu Freigeistern und Revolutionären seiner Zeit geht Klaus Tischendorf nach, während sich Klaus Martin Kopitz mit dem ersten Düsseldorfer Musikdirektor und Vater Norbert Burgmüllers, August Burgmüller befasst, der eine zeitlang Lehrer des Leipziger Musikästhetikers Christian Friedrich Michaelis war und gleichzeitig als Verbindungsglied zu Beethoven gilt. Seine spätere Frau und Norbert Burgmüllers Mutter Therese von Zandt war nach Beethovens eigenem Bekunden ”sieben volle Monate“ seine Geliebte. Des weiteren widmet Kopitz sich textkritischen und editorischen Problemen in Burgm¨ullers Klavierwerken, während Shinji Koiwa auf die Besonderheiten des ”sinfonisch“ gedachten Klavierkonzerts op.1 eingeht.

Ergänzend wird ein Brief Clara Schumanns, in dem sie mitteilt, dass sie gerne einmal die Noten des Konzerts einsehen möchte, zum ersten Mal veröffentlicht. Mit Burgmüllers Klavierkompositionen beschäftigen sich die Untersuchungen, die auf die Rhapsodie op. 13 (Klaus Tischendorf), die Klaviersonate op. 8 (Claudio Bolzan) und ein unbekanntes Werk das ”Walzer oder Mazurka“ sein kann (Tischendorf) eingehen. Abschließend berichtet Eckart Sellheim von seinen persönlichen Erfahrungen im Umgang mit Burgmüllers Werken, während Klaus Tischendorf unter den wenigen erhaltenen Porträts des Komponisten ”das einzige rechte Abbild“ sucht.

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