Musik zur Todesstunde

Der Teckbote, 18. März 2008

Karfreitagskonzert mit Werken von Schumann und Bach in der Martinskirche

Kirchheim. Schumanns letzte und Bachs erste Kirchenkomposition stehen auf dem Programm der „Musik zur Todesstunde des Herrn“ die am Karfreitag, 21. März, um 15 Uhr in der Kirchheimer Martinskirche erklingen wird.

Als der Komponist Robert Schumann 1850 mit einem Rheindampfer Köln passierte, war er vom gigantischen Bauwerk des gotischen Doms derart beeindruckt, dass er im vierten Satz seiner „Rheinischen Symphonie“ eine musikalische Nachzeichnung seiner Eindrücke versuchte. Er begann sich fortan für „Alte Musik“ zu interessieren und setzte damit einen Startpunkt für die Erforschung mittelalterlicher Tonkunst.

Auch sein 1852 entstandenes „Requiem“ ist ein Ergebnis dieses Interesses. Es sei die höchste und wichtigste Aufgabe eines Komponisten, seine ganze Kraft der Kirchenmusik zuzuwenden, schreibt er an Eduard Hanslik. So entstand eine bis heute weitestgehend unbekannte, aber höchst effektvoll und anrührende Totenmesse, die anderen bedeutenden Werken Robert Schumanns in ihrer Poesie um nichts nachsteht. Ganz im Gegenteil: Stellenweise erleben wir einen ganz und gar „fremden“ Schumann, der sich im „Dies Irae“ („Tag des Zorns“) oder „Agnus Dei“ („Lamm Gottes“) von überbrachten musikalischen Konventionen weit entfernt.
Sein verzweifelter Ausruf während der Arbeiten an diesem Werk – Schumann war zu diesem Zeitpunkt bereits todkrank – „Das Requiem macht mich zu einen einsamen Menschen. Warum zeigt sich mir nichts, was rettet?“ ist die sinnige Verbindung zur ältesten Kantate des 22-jährigen Johann Sebastian Bach.

Kernstück dieser Kantate, die für einen Bußgottesdienst nach einem verheerenden Stadtbrand in Mühlhausen, Bachs zweiter Kirchenmusikerstelle, geschrieben wurde, ist der Motettensatz: „Meine Seele harret, und ich hoffe auf sein Wort“. Diese beiden Werke werden am Karfreitag, 21. März, um 15 Uhr zur „Todesstunde des Herrn“ unter Mitwirkung des Chores an der Martinskirche, des Schwäbischen Kammerorchesters und Mitgliedern der Stadtkapelle Kirchheim in der Martinskirche erklingen. Solisten sind Friederike Hoffmann (Sopran), Julia Heigl (Alt), Johannes Petz (Tenor) und Matthias Baur (Bass). Die Gesamtleitung hat Bezirkskantor Ralf Sach

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