Robert Schumann und Dresden

Am 12. Dezember 1844 trafen Robert Schumann, seine Frau Clara und ihre Kindern Marie, Elise und Julie in der Waisenhausstr. 7 in Dresden ein. Das Haus wurde im zweiten Weltkrieg zerstört.

Der Schwiegervater und Musikpädagoge Friedrich Wieck hatte sich schon 1840 in Dresden niedergelassen. Wieck bewohnte ein kleines Haus in Loschwitz, in der heutigen Friedrich-Wieck-Straße. Sein Grab auf dem Trinitatis-Friedhof trägt sein Medaillon-Bildnis.

Schnell hat Schumann in Dresden gute Freunde gefunden, darunter die Witwe Carl Maria von Webers und den Dirigenten Ferdinand Hiller, den Arzt und Maler Carl Gustav Carus und viele andere Schriftsteller, Künstler und Schöngeister.

Seinen Alltag hat er in seinen Haushaltsbüchern akribisch notiert. So erfährt man von seinen Spaziergängen durch den Tharandter Wald oder zur Saloppe, Essen und Trinken auf dem Waldschlösschen, Besuchen von Opern und Konzerten – einige davon im Hotel de Saxe oder dem Belvedere auf der Brühlschen Terrasse.

In Dresden entstand rund ein Drittel des Gesamtwerks von Robert Schumann, darunter auch das Liederalbum für die Jugend op. 79, von dem vier Stücke, darunter die „Zigeunerliedchen“ I und II (Nr. 7 und 8) als Autographen zu den besonderen musikalischen Schätzen der Sächsischen Landesbibliothek – Staats- und Universitätsbibliothek Dresden (SLUB) zählen, vgl. http://www.slub-dresden.de/. In der Bibliothek befindet sich neben vielen Briefen (zur Recherche: http://hansopac.slub-dresden.de/cgi-bin/slub.pl auch das Schumann-Album, das 1845 von Robert Schumann in Dresden angelegt wurde und neben Familienerinnerungsstücken und Widmungsblättern eine großartige Sammlung an Musikautographen verschiedener Komponisten, Schriftstücke berühmter Persönlichkeiten (u.a. von Haydn) und Zeichnungen, u.a. von Berthel Thorvaldsen, enthält (Sign. Mus. Schu, vgl. http://hansopac.slub-dresden.de/. Im Schumann-Jubiläumsjahr 2010 stand es nicht nur im Mittelpunkt einer Ausstellung, sondern wurde es auch digitalisiert.

Das berühmteste Werk brachte seine Frau Clara am 4. Dezember 1845 im Konzertsaal des Hotel de Saxe zur Uraufführung: das Klavierkonzert a-Moll. Das traditionsreiche Gebäude wurde wieder aufgebaut und 2006 als Hotel eröffnet.

Vor den ereignisreichen Revolutionszeiten im Sommer 1849 zog sich Schumann in die ruhige Umgebung von Maxen und Kreischa südlich von Dresden zurück. Da Dresden Schumann nach der Revolution keine berufliche Perspektive bot, nahm Schumann schließlich das Angebot aus Düsseldorf an, dort als Nachfolger von Hiller als Städtischer Musikdirektor tätig zu werden.

Am 1. September 1850 verließen Robert und Clara Schumann zusammen mit ihren mittlerweile vier Kindern die Stadt an der Elbe. Im Stadtbild von Dresden erinnert ein Denkmal am Zwingerteich an den Komponisten, der mit seinen hier entstandenen Werken der Welt viele schöne Stunden klanglicher Erlebnisse hinterlassen hat.