Robert Schumann und Leipzig

Im 19. Jahrhundert gehörte Leipzig zu den bedeutendsten Musikmetropolen Europas. Besonders prägend waren Felix Mendelssohn Bartholdy und Robert Schumann (Vgl. Petra Dießner und Anselm Hartinger: Bach, Mendelssohn und Schumann. Spaziergänge durch das musikalische Leipzig, Edition Leipzig 2005). 1828 kam der 18-jährige Robert aus seiner Heimatstadt Zwickau nach Leipzig, wo er nach dem Willen von Mutter und Vormund – sein Vater war zwei Jahre zuvor gestorben – Jurisprudenz an der Universität studieren sollte. Doch galten die Neigungen des Zugezogenen entschieden mehr der Literatur und der Musik. Der Vater hatte als Buchhändler, Autor und Verleger die Talente des jungen Robert gefördert. Diese flossen nun ein in die Gründung der Neuen Zeitschrift für Musik (1834), welche Robert als verantwortlicher Redakteur bis 1844 führte.

Schumann nahm Klavierunterricht bei Friedrich Wieck und studierte Komposition bei Heinrich Dorn. Der Traum von einer Karriere als Klaviervirtuose endete jedoch jäh mit einer irreversiblen Handverletzung; danach konzentrierte sich Schumann aufs Komponieren.

Clara Wieck, Tochter von Friedrich, wurde am 13. September 1819 zu Leipzig geboren; sie sollte schon bald eine europaweit renommierte Pianistin werden. Nach einjährigem Ringen um den väterlichen Ehekonsens heirateten Clara und Robert schließlich am 12. September 1840 und wohnten bis zu ihrem Fortzug von Leipzig in der Inselstraße 5 (heute die Nr. 18). Nicht einmal annähernd alle Kompositionen, die hier bis 1844 entstanden, können aufgeführt werden. Darunter waren einige große Liederzyklen, Kammermusikwerke und die „Frühlingssinfonie“ op. 38 – uraufgeführt im Leipziger Gewandhaus unter der Leitung von Mendelssohn. Ab 1843 war Robert Schumann ebenfalls Lehrer für Klavier und Komposition am Konservatorium für Musik, das Mendelssohn eben ins Leben gerufen hatte.

Vielfältige Anregungen erwuchsen aus der für Leipzig typischen Verbindung von Handel, Verlagswesen und Kunst. Die Welt war in Leipzig zu Gast – oft genug auch bei den Schumanns. All das fand Ausdruck und Widerspiegelung in den Salons der Leipziger Bürgerschaft, zuweilen auch „Musikparthien“ genannt.

Viele der großen Verlage waren in Leipzig ansässig. Für Schumannn erhielten besonderte Bedeutung „seine“ Musikverlage: Hofmeister, Peters, Breitkopf & Härtel sowie der Verleger der Neuen Zeitschrift für Musik: Robert Friese.

(Petra Dießner)