Robert Schumann op. 5

Robert Schumann op. 5

Impromptus über eine Romanze von Clara Wieck für Klavier op. 5

1. Fassung, 1833. Friedrich Wieck gewidmet

Nr. 1 Un poco Adagio ¨C Romanza · Nr. 2 · Nr. 3 Espressivo · Nr. 4· Nr. 5 · Nr. 6 · Nr. 7 Presto · Nr. 8 · Nr. 9 · Nr. 10 · Nr. 11 Allegro con brio · Nr. 12 Vivace

Impromptus über ein Thema von Clara Wieck für Klavier

2. Fassung, 1850. Ohne Widmung

Un poco Adagio ¨C Romanza · Nr. 1 · Nr. 2 Espressivo · Nr. 3 Sehr präcis · Nr. 4 · Nr. 5 · Nr. 6 Presto · Nr. 7 · Nr. 8 · Nr. 9 · Nr. 10 Vivace

Im Mai 1833 komponierte Schumann eine Reihe von Klavierstücken, die er Impromptus nannte. Wie so häufig in seinem Klavierwerk vermeidet er auch hier eine Bezeichnung, die ihn zum Einhalten tradierter formaler Regeln verpflichtet hätte. Im Grunde handelt es sich bei den zwölf Stücken aus op. 5 um Variationen über das Thema aus Clara Wiecks um 1831 entstandenem und Schumann gewidmeten Klavierwerk Romance variée op. 3.

Schumann behandelt dieses Thema recht frei. Unter anderem aus seiner vorausgehenden intensiven Beschäftigung mit Johann Sebastian Bachs Wohltemperierten Klavier resultiert wohl nicht zuletzt, dass er auf ein barockes Modell zurückgreift. Das Thema der damals bereits verehrten Mitschülerin und Tochter seines Lehrers Friedrich Wieck wird in einem der Chaconne ähnlichen Verfahren mit hinzugefügtem obligaten Bass verarbeitet. Dieses Ostinato-Prinzip erweitert Schumann zu einer Doppelvariation, indem er das Thema und den ostinaten Bass sowohl einzeln, als auch wechselseitig aufeinander wirkend variativen Veränderungen unterzieht. Die letzte Nummer aus op. 5 beinhaltet darüber hinaus motivisches Material aus dem Finalsatz der unveröffentlicht gebliebenen Jugendsymphonie in g-moll, mit deren Komposition Schumann sich während der Jahre 1832/33 beschäftigte. Der Keim seiner Impromptus lässt sich allerdings bereits in Skizzen aus dem Jahre 1830 finden. Möglicherweise existierte ursprünglich auch der Plan einer orchestrierten Version, erhalten ist jedoch nur die bekannte Klavierfassung.

Schumann bot dem Leipziger Verleger Friedrich Kistner seine Impromptus — auf den großen Erfolg seiner Papillons op. 2 setzend — als deren „Zweites Heft“ an. Die Drucklegung wurde jedoch abgelehnt, so dass Schumann seine Komposition schließlich im August 1833 auf eigene Kosten bei Friedrich Hofmeister in Leipzig in Verbindung mit dem Geschäft seines Bruders Carl Schumann in Schneeberg veröffentlichte. Mit einem später korrigierten Rechtschreibfehler lautete der vollständige Titel nun Impromtus [!] sur une Romance de Clara Wieck pour le Pianoforte.

Schumann widmete die neue Sammlung sinnigerweise seinem zu diesem Zeitpunkt noch geschätzten Lehrer Friedrich Wieck. Am 18. August 1833 sandte er ein Widmungsexemplar zu Wiecks 48. Geburtstag nach Chemnitz, wo dieser sich gerade mit Clara aufhielt.

Im Juli 1850 erschien ebenfalls bei Hofmeister in Leipzig eine von Schumann revidierte zweite Fassung der Impromptus, die u.a. eine Variation weniger (die vorletzte) sowie eine neu gestaltete dritte Variation enthält. Das erste Stück ist nur als „Thema“ bezeichnet und bleibt ohne Nummerierung, die erst danach einsetzt. Aufgrund der weitreichenden Abweichungen und Eingriffe in die Konzeption des Werkes liegen somit zwei eigenständige Variationenzyklen vor.

(Irmgard Knechtges-Obrecht)

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