Felix Mendelssohn Bartholdy (1809–1847)

Felix Mendelssohn Bartholdy (1809-1847), Stahlstich, um 1850 (StadtMuseum Bonn)
Felix Mendelssohn Bartholdy (1809-1847), Stahlstich, um 1850 (StadtMuseum Bonn)

Clara Wieck und Felix Mendelssohn Bartholdy begegneten sich zum ersten Mal in den halböffentlichen Salons in Paris 1832, in denen sowohl Clara als auch Felix auftraten und einander hörten. Ihre Bekanntschaft vertiefte sich in Leipzig: Im Oktober 1834 besuchte Felix die Wiecks, um Clara zu hören, die in ihrem Tagebuch vermerkte: „Er war ganz erstaunt als ich ihm das Toccata [op. 7] von Schumann, die Harpeggio-Etude von Chopin (transponirt aus Es nach Des) das Rondo aus Es von Chopin und meinen Concertsatz vorspielte. Letzterer ging ganz über seine Erwartungen.“ An Claras 16. Geburtstag musizierten beide erstmals zusammen, auf zwei Klavieren spielten sie das Capriccio brillant h-Moll op. 22 von Mendelssohn, auch Werke Schumanns brachte Clara zu Gehör. Als Kapellmeister des Gewandhauses in Leipzig dirigierte Mendelssohn am 9. November 1835 die Uraufführung von Clara Wiecks Konzert für Klavier und Orchester a-Moll op. 7, das 1837 überarbeitet im Druck erschien. Bei diesem ersten gemeinsamen öffentlichen Auftritt spielte Clara auch das Capriccio brillant h-Moll op. 22, von dem Felix an seine Schwester Fanny berichtete, Clara habe es „wie ein Teufelchen“ gespielt. Insgesamt ist Clara 21 Mal unter seiner Direktion aufgetreten – auch privat musizierten beide immer wieder zusammen. Die Werke Mendelssohns gehörten neben denen Bachs, Beethovens, Chopins und Schumanns zum festen Repertoire Clara Schumanns. Mendelssohn würdigte Clara mit einer Widmung seiner Lieder ohne Worte, Heft 5, op. 62. Beide verband eine Freundschaft, die auf gegenseitige künstlerische Wertschätzung und persönliche Sympathie beruhte.

Vgl. Nancy B. Reich: Clara Schumann. The Artist and the Woman, London 1985, S. 218–220.

Vgl. Schumann-Briefedition, Serie II, Bd. 1: Freundes- und Künstlerbriefwechsel (Robert und Clara Schumann im Briefwechsel mit der Familie Mendelssohn), hrsg. v. Kristin R. M. Krahe, Katrin Reyersbach und Thomas Synofzik, Köln 2009, S. 46–112, hier S. 46–49, 79.

(Theresa Schlegel, 2020)