Gerettet und in neuem Glanz erstrahlend –

das Grabmal von Johann Vesque von Püttlingen (1803-1883) auf dem Penzinger Friedhof in WienDie Nachricht im Gemeindeblatt der Pfarre Penzing vor über 2 Jahren schockierte auch alle Schumann-Freunde: Da es keine Nachkommen mehr gibt, stand die Auflösung der Gruft bevor, es sei denn, die Grabstelle würde unter die Ehrengräber der Stadt Wien aufgenommen. Neben zahlreichen Initiativen appellierte auch die Projektleitung des Schumann-Netzwerks 2009 an die Stadt Wien, die nach einiger Zeit doch zu dem Schluss kam, dass es Vesque von Püttlingen verdient, von nun an in einem Ehrengrab zu ruhen. Als ich im Frühsommer 2011 in Wien mit Freunden auf dem Friedhof war, konnte ich zu meiner Freude die letzten Restaurierungsarbeiten am Grabmal beobachten.

Die neu restaurierte Grabstelle von Vesque von Püttlingen auf dem Pfarrfriedhof Penzing, Wien, Frühsommer 2011 (alle Fotos: Ma Jian, Wien)

Johann Vesque von Püttlingen (1803-1883) war - wie auch Franz Grillparzer – österreichischer Staatsbeamter und wirkte daneben zeitweilig als Konzertdirektor der Gesellschaft der Musikfreunde in Wien; als Pianist, Komponist und Schriftsteller trat er mit seinem Pseudonym "J.van Hoven" - welchem Komponisten seine besondere Verehrung galt, lässt sich daraus leicht ablesen! - an die Öffentlichkeit. Vesque von Püttlingen, dessen Vertonungen Heinrich Heine gerade auch im Hinblick auf seine eigenen Gedichte sehr schätzte, und der als bedeutendster Wiener Liedkomponist in der Ära nach Franz Schubert gilt, unterstützte Robert Schumann bei seinen (vergeblichen) Niederlassungsbemühungen in Wien. Die auch später anhaltende und von Clara Schumann fortgeführte Freundschaft war nur kurz getrübt, als Vesque von Püttlingen einen Robert Schumann übelwollenden Brief aus Leipzig bekam (vermutlich von Claras Vater Friedrich Wieck), der Robert Schumann auch menschlich in ein schlechtes Licht stellen und seine Anstellung in Wien verhindern wollte. (I.B.)    

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