Brahms-Handbuch Herausgegeben von Wolfgang Sandberger.

XXX, 632 S., zahlr. Abb.
Stuttgart
Weimar: Verlag J.B. Metzler, 2009
• ISBN: 978-3-476-02233-2 (Metzler)
• ISBN: 978-3-7618-2036-0 (Bärenreiter)

Bereits Ende letzten Jahres erschien dieser weitere Band aus der Reihe des Metzler- und Bärenreiter-Verlags, der Johannes Brahms gewidmet ist. Mithilfe der Personen-Handbücher dieser Serie lässt sich der wohl schnellste und gleichzeitig beste Zugang zu den jeweiligen Personen und deren Werk finden. Sinnvoll strukturiert und übersichtlich angelegt, wissenschaftlich auf dem neuesten Stand und für jeden gut lesbar geschrieben, erhält der Benutzer auch im Brahms-Band eine breite Palette kompakter und fundierter Informationen. Ein grundlegendes Nachschlagewerk für jeden, der sich mit Leben und Werk von Johannes Brahms umfassend auseinandersetzen will. Dieses Handbuch ist bemüht, „das bislang in der Forschung Geleistete in einem Band zusammenzufassen und zugleich neue Perspektiven für das Verstehen von Brahms und seiner Musik zu eröffnen“, wie der Herausgeber Wolfgang Sandberger im Vorwort erklärt. Und dies scheint auf das Beste gelungen! 25 ausgewiesene Musikforscher nähern sich dem Sujet in kompetenter Weise unter biografischen, philologischen ten.

 

Einleitend geht Sandberger dem Brahms-Bild in seinen unterschiedlichen Facetten nach, bevor er sich mit Laurenz Lütteken und Thomas Synofzik im Abschnitt Lebenswelt dem biografischen Umfeld des Komponisten nähert und auch die Beziehung zu Robert Schumann von der ersten Begegnung an darlegt. Es folgen Betrachtungen zu Brahms’ verschiedenen Tätigkeiten als Interpret (Renate und Kurt Hofmann), als Lehrer und Gutachter (Johannes Behr), als Herausgeber (Peter Schmitz) und als Bearbeiter (Joachim Draheim). Ulrich Tadday, Jan Brachmann und Wolfgang Sandberger versuchen im Abschnitt Ästhetische Positionen, die zeitgenössische Brahms-Kritik, dessen Beziehungen zur damali- gen Musikforschung, zu Kunst, Literaturund Religion aufzuschlüsseln. Der Teil Kompositorische Arbeit liefert Einblicke in Brahms’ Schaffensprozesse und seinintensives Verhältnis zum Volkslied (Peter Gülke, Michael Struck, Peter Jost).

Der eigentliche Hauptteil des Buches ist dem Werk von Johannes Brahms gewidmet. Peter Jost, Michael Heinemann, Victor Ravizza und Burkhard Meischein gehen der Vokalmusik nach, die Brahms mit zahlreichen Beiträgen bereicherte. Auch eher abseitige und unbekannte Kompositionen werden aufgegegriffen und in den Kontext eingebunden. Ebenso akribisch beschäftigen sich Katrin Eich und Sven Hiemke mit dem Bereich der Klavier- und Orgelmusik, dem im Brahms’schen Œuvre ebenfalls eine große Bedeutung beizumessen ist. Die Kammermusik wird von Friedhelm Krummacher, Siegfried Oechsle, Christiane Wiesenfeldt und Ulrich Krämer vorgestellt, die Orchesterwerke übernimmt Robert Pascall. Alle Autoren versuchen, sämtliche Aspekten der einzelnen Werkgruppen zu berücksichtigen. So werden kompositionstheoretische Grundlagen und ästhetische Probleme ebenso berührt, wie entstehungsgeschichtliche Informationen bis hin zu analytischen Betrachtungen der einzelnen Kompositionen. Trotz der detaillierten Vorgehensweise wird der übergreifende Zusammenhang dennoch nicht außer Acht gelassen. Das Kapitel Interpretation und Rezeption rundet den Band ab mit Auführungen von Laurenz Lüttiken zum Thema „Brahms in der Musikforschung“, Volker Scherliess zu aufführungspraktischen und interpretationsgeschichtlichen Hintergründen, Christiane Wiesenfeldt zur Rezeption Brahms’scher Werke in der Fachpresse sowie Michael Struck und Katrin Eich zu editionspraktischen Problemen. Mit dem Thema „Brahms im Film“ beschäftigt sich abschließend Harry Joelson-Strohbach.

Sämtlichen Beiträgen ist ein entsprechend ausgewähltes Literaturverzeichnis beigefügt, wodurch das wissenschaftliche Arbeiten mit diesem Buch enorm erleichtert wird. Eine ausführliche Zeittafel von 1830 bis 1897, ein von Stefan Weymar zusammengestelltes Werkverzeichnis sowie Personen- und Werkregister als Anhang vervollkommnen nicht zuletzt diesen auch optisch ansprechend gemachten und mit zahlreichen Abbildungen versehenen Band. So wird dieses Handbuch seinem eingangs gestellten Anspruch gerecht, nicht nur bereits Erforschtes und Bekanntes sinnvoll thematisch zu bündeln, sondern gleichzeitig neueste Ergebnisse und Erkenntnisse ebenso gut strukturiert zu vermitteln.

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