Abschied von Prof. Dr. Joseph A. Kruse

Pressemeldung vom 26. Juni, 2009, 3:33

Düsseldorfs Heine-Institut ist heute das Zentrum internationaler Heine-Forschung und größtes Literaturarchiv in NRW

Düsseldorf.
Der langjährige Direktor des Heinrich-Heine-Instituts, Prof. Dr. Joseph A. Kruse, geht in den Ruhestand. Kruse leitet das Institut seit 1975. Sein Name ist national und international aufs Engste mit Heine verbunden. Am 30. Juni hat der Institutsdirektor seinen letzten Arbeitstag. Kruse übernahm das Haus an der Bilker Straße 1975 von seinem Vorgänger Prof. Eberhard Galley. Zusammen mit seinem Team hat er das Institut über die Jahre nicht nur zum Zentrum der internationalen Heine-Forschung, sondern auch zum größten Literaturarchiv in NRW und zu einem kulturellen Zentrum mit großer Ausstrahlung weit über die Stadt hinaus ausgebaut. In Kruses Amtszeit fiel die Erweiterung des Instituts an der Bilker Straße, wodurch endlich die Einrichtung einer großen Heine-Dauerausstellung möglich wurde. Wie kaum ein Zweiter verstand es Kruse, Mäzene, Stiftungsvorstände und öffentliche Stellen als Unterstützer zu gewinnen. Das Archiv bereicherte er auf diese Weise um eine Fülle wichtigster Einzelstücke, Sammlungen und Nachlässe, darunter die Handschriften des Heine-Gedichts “Denk ich an Deutschland in der Nacht” und des Klavierkonzerts a-moll von Robert Schumann, wie überhaupt die gesamte bedeutende Schumann-Sammlung des Instituts erst unter Kruses Leitung aufgebaut wurde.

Große Verdienste hat er sich auch in seinem unermüdlichen Einsatz für ein angemessenes Heine-Gedenken in Düsseldorf erworben. Als seinen wichtigsten Erfolg auf diesem Gebiet hat er selbst den Ankauf des Heine-Geburtshauses durch die Stadt Düsseldorf und die Nordrhein-Westfalen-Stiftung im Jahr 1991 bezeichnet, an dessen Zustandekommen er wesentlich beteiligt war. Aber auch die großen Heine-Feiern des Jahres 1997 aus Anlass von Heines 200. Geburtstag stellten einen Höhepunkt in seiner Laufbahn dar. Die vielen Einladungen zu Heine-Kongressen und Ausstellungen in der ganzen Welt, die damals das Institut erreichten, machten nur allzu deutlich, welches Renommee es unter Joseph Kruses Leitung erworben hatte. Die Heine-Forschung hat Kruse als Autor, vor allem aber als Herausgeber des Heine-Jahrbuchs und der Heine-Studien mitgeprägt. Mehrere von ihm mitveranstaltete Kongresse setzten wichtige Akzente.

Als langjähriger Geschäftsführer und schließlich als Vorsitzender der Heinrich-Heine-Gesellschaft hat er viel für die bleibende Vermittlung Heines an ein großes Publikum getan. Kruses herausragendes Engagement wurde verschiedentlich auch öffent- lich gewürdigt: 1986 ernannte ihn die Heinrich-Heine-Universität zum Honorarprofessor, 1990 und 2007 wurde er zu Gastprofessuren nach USA eingeladen, 1994 wurde er mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet. Als Vorsitzender der Heinrich-Heine-Gesellschaft und Vorstand der Düsseldorfer Volksbühne wird Professor Kruse den Düsseldorfern nach seiner Pensionierung erhalten bleiben. Mit seinem ausgeprägten Talent zur freien Rede wird er auch in Zukunft sein großes Publikum in dieser Stadt anregen, belehren und erheitern.

Quelle: Stadt Düsseldorf – Pressestelle

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