Von Schumann kann ich nicht lassen

Die letzte Nacht des Friedrich Wieck Heinz Drewniok Eine Produktion der MCS
Sachsen, 2011
ISBN 978-3-937488-17-2

Der große Musikpädagoge Friedrich Wieck lässt in diesem Hörbuch während seiner letzten Stunden ein bedeutendes Kapitel seiner Lebensgeschichte Revue passieren. Wesentlich bekannter wurde uns Wieck natürlich als der „böse“ Schwiegervater Robert Schumanns, der jahrelang mit allen Mitteln die Verbindung zwischen seiner Tochter Clara und dem jungen aufstrebenden Komponisten zu verhindern suchte. Indem er sich in die väterliche Position versetzt, nähert sich der leider inzwischen verstorbene, zuvor in Dresden als Autor und Sprecher lebende Heinz Drewniok dem Schwiegersohn Robert Schumann, dem äußerst schwierigen Verhältnis zwischen diesem und Wieck sowie der zeitweise ebenso gestörten Beziehung zur geliebten Tochter, der berühmten Pianistin Clara Wieck-Schumann. Letztere überlebte sowohl ihren Mann als auch ihren Vater um viele Jahre.

Auf der Basis von Volker Müllers Theaterstück Der geschwätzige Gast schuf der Schauspieler, Regisseur und Stückeschreiber Drewniok die Vorlage zu diesem Hörbuch, das den alten Wieck quasi wiederauferstehen lässt, um sich mit den Vorwürfen auseinanderzusetzen, die ihm in Zusammenhang mit Schumann seit über 150 Jahren gemacht werden. Nicht nur Wiecks teils verständliche, teils aber auch verwerfliche Einstellungen werden ebenso plastisch, wie Robert Schumann, von dem er „nicht lassen kann“. Kaleidoskopartig vermittelt die CD dem Hörer Bilder, Szenen und Visionen aus dem Leben des Komponisten, sinnvoll unterstützt durch die von Thomas Synofzik beigesteuerten Klavierstücke Schumanns. Synofzik spielte sie im Zwickauer Robert-Schumann-Haus auf dem im Jahr 2008 mit Mitteln der Sächsischen Landesstelle für Museumswesen erwor- benen Flügel ein, den Clara Wiecks Cousin Friedrich Wilhelm Wieck ca. 1860 erbaut hat.

Eine interessant gestaltete und für jeden Hörer kurzweilige Produktion, die den bereits bekannten Facetten dieser speziellen Thematik um Robert Schumann noch einige neue, durchaus denkbare hinzufügt.



(Irmgard Knechtges-Obrecht)    

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