Robert Schumann (1810–1856). Vier Fugen op. 72

Für Orgel eingerichtet von Christian Schmitt-Engelstadt
Köln: Verlag Dohr, 2010
Edition Dohr 23041 · ISMN: M-2020-1041-9

Schumann, der bekanntermaßen in seinem Schaffensprozess häufig jahrweise bestimmte Gattungen oder musikalische Bereiche bearbeitete, widmete sich 1845 überwiegend „contrapunktischen Studien“. Neben seinen Sechs Fugen über den Namen Bach op. 60 (seiner einzigen Originalkomposition für Orgel) schrieb er zwei Sammlungen (op. 56 und op. 58) für das ungewöhnliche, Pedalflügel genannte Instrument. Dabei wurde dem „normalen“ Flügel eine Pedalklaviatur hinzugefügt, wodurch sich auch eine gute übemöglichkeit für das Orgelspiel ergab. Während nun diese Werke rasch im Repertoire der Organisten Aufnahme fanden, blieben die vier ausdrücklich für das Klavier bestimmten Fugen op. 72 hinsichtlich dieses Instruments unberücksichtigt.

Der Kantor und Organist Christian Schmitt-Engelstadt schaffte hier Abhilfe, indem er noch im Schumannjahr 2010 eine Ausgabe der Klavierfugen op. 72 für Orgel erstellte. Da in seinen Augen „Schumanns kontrapunktische Tonsprache . . . der pianistischen wie der organistischen Idiomatik“ nahekommt, sieht er in der Einrichtung für Orgel eine konsequente Lösung. Tatsächlich muss er nur sehr wenig änderungen vornehmen. Die originale Bassstimme verteilt Schmitt- Engelstadt auf die linke Hand und das Pedal der Orgel. Lediglich in der zweiten Fuge fügt er stellenweise eine Füllstimme in der linken Hand hinzu, die er frei erfunden hat und durch Kleinstich kennzeichnet. Ansonsten bleiben die dynamischen Anweisungen erhalten, wobei fraglich ist, inwieweit sie auf der Orgel wiedergegeben werden können. Einige andere Passagen werden orgelspezifisch angepasst, indem u.a. einige Verdopplungen der linken Hand gestrichen (op. 72 Nr. 2 und Nr. 3) und Haltebögen am Schluss der ersten Fuge in repetierten Basstönen ergänzt werden.

Wenngleich die Vier Fugen op. 72 von Schumann auch eindeutig für das Klavier gedacht und komponiert wurden, so bietet die vorliegende Ausgabe für Orgel doch die Möglichkeit der Repertoireerweiterung sowie eine gute Gelegenheit, die eher selten gespielten Stücke häufiger einzusetzen.



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