Schumanns Wurzeln in Zeitz

Mitteldeutsche Zeitung vom 20.09.2006
Ausgabe: Zeitz

Eltern des Komponisten lernten sich in Stadt kennen - Vater zunächst ohne Chance

Der Komponist Robert Schumann ist vor 150 Jahren gestorben. Er wurde zwar in Zwickau geboren, seine familiären Wurzeln hat er jedoch auch in Zeitz. Hier lernten sich seine Eltern kennen. Die Familie der Mutter war zunächst nicht begeistert vom Bräutigam.

VON KATHRIN WIEGLEB

Zeitz/MZ. Der deutsche Komponist Robert Schumann verstarb am 7. Juli 1856. Ihm zu Ehren befinden wir uns im Robert-Schumann-Jahr mit zahlreichen Musikveranstaltungen. Der Komponist wurde am 8. Juni 1810 in Zwickau geboren. Dass seine Wurzeln in Zeitz liegen, vermutet kaum jemand.

In Zeitz lernten sich seine Eltern kennen und lieben. Der Vater, August Schumann, stammt aus Endschütz bei Gera. Er bekam eine kaufmännische Ausbildung in Ronneburg. Er hatte jedoch auch literarische Ambitionen. So verfasste er einen Roman, dessen Manuskript sendete er an Johann Philipp Heinse, einen Buchhändler und Novellisten in Zeitz. Heinse bewunderte den Eifer des jungen Mannes und holte ihn zu sich. Bald verliebte er sich in die Tochter seiner Wirtin, Johanna Christiane Schnabel. Sie war die Tochter des Zeitzer Ratschirurgen Schnabel. Die Familie wohnte am Altmarkt 3, man war entfernt mit Gotthold Ephraim Lessing verwandt, die Großmutter mütterlicherseits war eine geborene Lessing. Einen trostlosen Träumer sollte die Tochter nicht heiraten. August Schumann wurde zunächst vom Vater seiner Johanna Christiane abgewiesen.

Entschlossen wechselte er auf ein anderes Gebiet über. Er stellte ein kommerzielles Lehrbuch zusammen, das "Compendiöse Handbuch für Kaufleute". Aus dem Erlös gründete er ein eigenes Geschäft in Ronneburg. Damit bekam er die Heiratserlaubnis des Vaters. Am 25. Oktober 1795 heiratet das Paar in der Dorfkirche von Geußnitz. 1808 zog die Familie nach Zwickau. Dort führte August Schumann mit seinem Bruder Friedrich die Verlagsbuchhandlung "Gebrüder Schumann". Am 8. Juni 1810 wurde Robert als jüngstes von fünf Kindern geboren.

Die Eltern förderten Roberts Begabung. Der Vater schaffte eigens einen Streicher-Flügel an. Die Mutter sorgte dafür, dass er mit sieben Jahren Klavierunterricht beim Zwickauer Organisten Johann Gottfried Kuntsch erhielt. Robert verfügte aber über viele Talente. Da die literarischen Anregungen aus dem Elternhaus weitaus intensiver waren als die musikalischen, galt Schumanns Interesse während der Schulzeit vorwiegend der Literatur. Als der Vater 1826 stirbt verliert er seinen größten Förderer. Die Familie beschließt, er solle Jurist werden. Er fügt sich, studiert in Leipzig und Heidelberg, aber ohne Leidenschaft. In Wahrheit widmet er sich bereits ganz der Musik. Ermutigt dazu hat ihn sein Klavierlehrer Friedrich Wieck aus Leipzig. Schließlich fasst er einen Entschluss. Robert schrieb am 30. Juli 1830 seiner Mutter, dass er beabsichtige, Musiker zu werden.

Auf sein Bitten hin wandte sich die Mutter an Friedrich Wieck. Sie schrieb, dass sie von Roberts Entschluss nicht begeistert ist. Wieck zerstreute ihre Zweifel. Er versprach, Schumann innerhalb von drei Jahren zu einem der größten Klavierspieler zu bilden. Ein großer Pianist wurde Schumann nicht, dies verhinderte eine Sehnenscheidenentzündung mit einer nachfolgenden Bewegungsunfähigkeit der ganzen Hand. Es wurde jedoch ein großer Komponist mit einer berühmten Pianistin als Frau, Clara Schumann, geborene Wieck.

Am 23. September 2006 um 19 Uhr findet ein Konzert im großen Festsaal der Moritzburg anlässlich des 150. Todestages Robert Schumanns statt.

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