Andersen trifft Schumann

Das Orchester
Zeitschrift für Orchesterkultur & Rundfunk-Chorwesen
Juni 2007, Seite 71

Ahaus
Musik spiegelt Märchen
Robert und Clara Schumann mit Konstanze Eickhorst und Karl Michael Vogler

„Andersen trifft Schumann“, hieß es in der Ankündigung. „Eickhorst trifft Vogler“ wäre die stimmige Ergänzung. Mit der Pianistin Konstanze Eickhorst für die Musik des Komponistenpaares Robert und Clara Schumann und dem Schauspieler Karl Michael Vogler für die Lesung der Märchen von Hans Christian Andersen wurde dem Publikum ein ganz besonderes Schlosskonzert im Ahauser Fürstensaal geboten.

Robert Schumann und seine Frau Clara Schumann gelten als Meister der Hochromantik, Andersen als Meister der Kunstmärchen des Biedermeier. Clara schrieb Robert von der ersten Begegnung mit Andersen 1842. … Seitdem fand ein reger Austausch zwischen dem Ehepaar und dem reisenden Literaten statt, den Vogler als „naiven Dichter“ im besten Sinne einstufte.

Eickhorst und Vogler komponierten meisterlich ein Nebeneinander von Musik und Texten zu einer äußerst opulenten Konzertlesung, in der die Musikauswahl der Spiegel der Märchen war. Mit zwei Werken aus den Phantasiestücken op. 12 von Robert Schumann umrahmte Eickhorst die Einführung von Vogler. Dem heiteren Märchen Feder und Tintenfass, das erst vor ein paar Jahren entdeckt wurde, folgte das beschwingte Scherzo c-Moll op. 14 von Clara Schumann. Meisterlich spielte Eickhorst die bewegende Melodik und perlende Tonfolgen heraus, während Vogler es nicht minder meisterlich verstand, seine Stimme mal heiter, mal ironisch, mal dramatisch einzufärben, je nach Inhalt der Märchen. … Robert Schumanns kühne Harmonik und vielschichtiges Klangvolumen mit überraschend dramatischen Schlussakkorden passte besonders gut zu dem melodramatischen Märchen Die kleine Meerjungfrau, das Vogler in fünf Teilen las. … Eickhorst rundete das Drama ab mit Werken [aus] Schumanns Phantasiestücken… Der Traum von Märchen und Musik wurde vom begeisterten Publikum im fast ausverkauften Saal mit rauschendem Beifall belohnt.

Elvira Meisel-Kemper
(Münsterland Zeitung, Münster)

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