Schumanns Musik für Horn

Oliver Kersken, in:
Ensemble. Magazin für Kammermusik 6/2006 (Dezember/Januar 2007), S. 71 unter „NEUE CDs/Der Preisträger“ zu:

The German Romantic Horn
Werke von Franz Lachner, Robert Schumann, Richard Strauss u.a.
Louis-Philippe Marsolais (Hrn); David Jalbert (Kl)
Oehms Classics OC 582
(Vertrieb: Harmonia Mundi)

2005 fand der 54. Musikwettbewerb der ARD auch in der Kategorie Horn statt. Der junge Kanadier Louis-Philippe Marsolais war dabei einer der großen Gewinner. Gleich drei Preise konnte er mit nach Hause nehmen: einen zweiten Gesamtpreis, den Preis für die beste Interpretation der Auftragskomposition und den Oehm Classics-Sonderpreis, eine CD-Produktion, die nun vorliegt. Marsolais widmet sich gemeinsam mit dem Pianisten David Jalbert dem deutschen romantischen Repertoire. Neben Strauss Vater und seinem berühmten Sohn Richard finden sich Franz Lachner und Robert Schumann, als wirklich romantisch kann man die „Tre Pezzi“ von Karl Pills aber nicht bezeichnen, stammen sie doch aus dem 20. Jahrhundert. Keine Frage, Marsolais ist ein ausnehmend begabter und technisch voll ausgereifter Hornist. Er zeigt eine Überlegenheit und Entspanntheit dem risikoreichen Horn gegenüber, die man anerkennen muss. Auch das kammermusikalische Zusammenspiel der beiden Protagonisten lässt eigentlich keine Wünsche offen. Leider gelingt es dem Kanadier aber nicht, den Hörer musikalisch in seinen Bann zu schlagen, zu bieder, zu ideenlos legt er seine Interpretationen an. Den Zauber, der dem Horn und seinem so wandlungsfähigen Ton eigen ist und der speziell in dem hier gewählten Repertoire schon angelegt ist und geradezu erforderlich ist, kann Marsolais hier leider nicht erwecken. So beeindruckend seine Spieltechnik ist, das Herz rührt er nicht.

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