Hans Zenders Adaption von Schumanns Klavierfantasie C-Dur op. 17

Partituren
Magazin für klassische Musik
Mai/Juni 2007, Seite 76

R. Schumann, R. Volkmann, Albert Dietrich, Friedrich Gernsheim
Cellokonzerte
Alban Gerhard, Cello, RSBerlin unter Hannu Lintu
Hyperion 67583

Während Alban Gerhardt mit Schumanns Klassiker keine Revolution anzettelt, sondern für eine frische, unverqualmte Darstellung sorgt, stellt er in Sachen Volkmann gegen die durch vier bedeutende Einspielungen dokumentierte Interpretationsgeschichte und zerstört mit Hilfe des Tempoteufels die einzigartige romantische Aura dieses Werkes gänzlich. Das Volkmanns Opus dem Schumann’schen ebenbürtig ist, wird so nicht deutlich. Glücklicherweise gibt es aber noch die meisterhaft gearbeiteten, hier erstmals eingespielten Cellokonzerte von Dietrich und Gernsheim. Diese Entdeckungen machen Gerhards CD für bekennende Spätromantiker zum Pflichtkauf.
VT

Partituren
Magazin für klassische Musik
Mai/Juni 2007, Seite 77

Robert Schumann
Symphonien Nr. 1 u. 3
Orchestre des Champs-Élysées: Philippe Herreweghe
Harmonia mundi HMC 901972

Es war ruhig geworden und die historisch orientierte Aufführungspraxis. Die Schlachten schienen geschlagen, die Debatten über Metronomzahlen und vibratofreien Streicherklang beendet. Neuerdings wird der Ton wieder schärfer, wohl auch, weil einigen Protagonisten des Originalklangs, allen voran Stuttgarts Chefdirigenten Roger Norrington, der Gaul durchgeht und für sie jedes Vibrato generell zum Teufelswerk mutiert. Wie gut, dass sich Philippe Herreweghe vor allem musikalisch an der Diskussion beteiligt. Sein Schumann kommt wunderbar aufgelichtet, flexibel und transparent, rhythmisch drängend, gleichzeitig hochpoetisch und völlig unfanatisch daher. An den Kämpfen von gestern mag Herreweghe sich – erfolgreich – nicht beteiligen.
OB

Partituren
Magazin für klassische Musik
Mai/Juni 2007, Seite 80

Hans Zender
Schumann-Phantasie, Bardo
Heinrich Schiff (Cello), SWR Sinfonieorchester: Sylvain Cambreling, Hans Zender
Hänssler 93.128

Schumanns ekstatische Klavierfantasie C-Dur op. 17 gewinnt hier, orchestriert und mit Präludium und Zwischenspielen versehen, eine quälende, fast schon surreale Gegenwärtigkeit; das Wiedererkennen in der Verfremdung wirkt bestürzend und betörend. Natürlich hat Schumann „komponierte Interpretationen“ nicht nötig, aber Zenders kongeniale Reanimation ist durchaus überzeugend; sie bleibt genauso im Hörergedächtnis haften wie seine faszinierende Adaption von Schuberts Winterreise. Noch ganz im Banne der großen postromantischen Expression von 1997 steht das vom Tibetanischen Totenbuch inspirierte Bardo aus dem Jahre 1999. Zwei Meisterwerke in unanfechtbarer Darstellung.
VT

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