Entzücken über Evgenie Koroliov als Schumann-Pianist

OB in: Partituren 9, März/April 2007, zu:

Robert Schumann: Verrufene Stelle, Kreisleriana, Bunte Blätter, Kinderszenen, Vogel als Prophet
Evgeni Koroliov (Klavier)
Tacet 153


Verrufene Stelle gehört zu den stark verrätselten, beunruhigenden Stücken der Waldszenen op. 82 und wirkt als Eröffnung einer Schumann-CD ziemlich ungewöhnlich. Und doch führt diese Miniatur gleich mitten hinein in Koroliovs Schumann-Konzept, das sich radikal aller vordergründingen Virtuosität, allem oberflächlich Fließendem verweigert. Tief lotet Koroliov in den Kreisleriana, detailbesessen ist er auf der Suche nach Ecken, Widerhaken, Unvorhergesehenem. Dass ihm dabei der große Bogen niemals aus dem Blick gerät, gehört zu den Geheimnissen dieses bedeutenden Pianisten. Die Kinderszenen klingen wunderbar schlicht, ganz wie der träumerisch huschende Rückblick eines alternden Poeten. Nach dieser CD möchte man wieder einmal zu Schumanns Lieblingsdichter Jean Paul greifen.

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