Schumannquintett in der Interpretation des Artemis Quartetts

Ensemble, Magazin für Kammermusik
5-2007 Oktober/November
Seite 68


Große Musizierkunst
Reptertoirewert   ****
Klang                  *****
Interpretation      *****

Robert Schumann
Klavierquintett Es-Dur Op. 44
Johannes Brahms
Klavierquintett f-Moll Op. 34
Artemis Quartett; Leif Ove Andsnes (Kl)
Virgin Classics 0094639514328
(Vertrieb: EMI Classics)

Diese CD-Einspielung wird wohl die letzte in alter Besetzung, mit Volker Jacobsen an der Viola und Heime Müller an der 2. Geige, sein, die das Artemis Quartett eingespielt hat, denn mittlerweile (s. News in dieser Ausgabe) sind diese Positionen neu besetzt. Und dann ist es eine Klavierquintett-CD mit dem wunderbaren Pianisten Leif Ove Andsnes, mit zwei Standardwerken dieser Gattung, Brahms’ Klavierquintett f-Moll und Schumanns grandiosem Werk in Es-Dur. Kann man den zahlreichen vorhandenen Einspielungen etwas Neues hinzufügen? Man kann nicht, aber das Artemis Quartett und Andsnes wären nicht Größen des Musikbetriebs, wenn sie diesen Werken nicht neue Akzente geben würden. Schon das einleitende „Allegro brillante“ Schumanns wird so vehement, aber transparent und in solch einer wunderbaren Balance zwischen Streichern und Pianist geboten, dass man unweigerlich aufhorcht. Hier sind große Kammermusiker am Werk, das hört man sofort. Die Ausleuchtung der tiefromantischen Empfindungen in beiden Quintetten wird unterstrichen mit spannungsgeladenen Accelerandi, großartigen Phraisierungen und punktgenauem Zusammenspiel, das kein bisschen die Emotionen vermissen lässt. Hier spielen fünf Musiker, die es verstehen, große Musizierkunst zu bieten. Auch wenn man schon etliche Aufnahmen dieser Werke besitzt. Diese muss man in jedem Fall hören!


Carsten Dürer

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