Album für die Jugend Op. 68.

Robert Schumann.
Hrsg. v. Ernst Herttrich. Fingersatz von Walther Lampe • Andreas Groethuysen.

96 S. Urtext. Best.-Nr. 45.
München: G. Henle Verlag, 2007


Als Pendant und Gegenstück gleichermaßen legt Ernst Herttrich ebenfalls im Rahmen der Urtext-Ausgaben vom Henle-Verlag eine Edition von Schumanns Jugendalbum op. 68 vor.

Das 1848 entstandene Album für die Jugend wurde zu einem der erfolgreichsten und populärsten Werke Schumanns. Ursprünglich schrieb der Komponist nur einige Klavierstückchen, die er seiner ältesten Tochter Marie zum Geburtstag schenken wollte. Aber noch bevor Marie ihr Geschenk erhielt, entwickelte Schumann eine Idee, die seine Frau Clara erläutert: "Die Stücke, die die Kinder gewöhnlich in den Klavierstunden lernen, sind so schlecht, daß Robert auf den Gedanken kam, ein Heft (eine Art Album) lauter Kinderstückchen zu komponieren und herauszugeben. Bereits hat er schon eine Menge reizender Stückchen gemacht." Innerhalb kürzester Zeit entstanden weit über vierzig Stücke, die Schumann am 26. September 1848 ordnete und schon einen Tag später zum Verleger schickte. Noch im selben Jahr erschien die Sammlung bei Schuberth \& Co. in Hamburg im Druck. Lange nach Schumanns Tod wurden weitere Stücke publiziert, die er selbst vor der Drucklegung eliminiert hatte.

Dem Jugendalbum liegt ein pädagogischer Aspekt zu Grunde, der in den Folgejahren noch andere instruktive Kompositionen für Kinder bzw. für die Jugend hervorbrachte. Angeregt durch seine eigenen heranwachsenden Kinder, versuchte Schumann, deren Sphäre aufzugreifen. Einen tatsächlich pädagogischen Zweck im Sinne eines Lehrwerks sollen diese Kompositionen nicht erfüllen. Vielmehr wollen sie in erster Linie die Lust der Kinder am Klavierspiel sinnvoll fördern.

Die Entstehung von Schumanns Jugendalbum lässt sich am besten aus der Atmosphäre des Dresdner Kreises verstehen, in dem der Komponist zu jener Zeit lebte. Untereinander in regem Kontakt stehende Maler, Bildhauer, Musiker und Dichter waren Exponenten dieser Gesellschaft. So wuchs Schumanns Vorstellung, alle Sinne anzusprechen und eine Art "Musikalisches Hausbuch" zu konzipieren. Musik, Literatur und Malerei flossen, gewissermaßen "für den Hausgebrauch", in einem Werk zusammen. Den kleinen Charakterstückchen sollten zunächst als verbale Zutat die Musikalischen Haus- und Lebensregeln beigefügt werden, was in der zweiten Ausgabe von 1851 auch erfolgte. Dem visuellen Aspekt wurde durch den Maler, Zeichner und Illustrator Ludwig Richter mit Vignetten für das Titelblatt Rechnung getragen. Vorliegende Ausgabe bildet diesen Innentitel ab, nach dem im Zwickauer Schumann-Haus aufbewahrten Erstdruck.

Fast alle Titel des Jugendalbums tragen direkte Bezüge zum schumannschen Familienleben: Erlebnisse, Eigenschaften und Taten seiner Kinder verwertet Schumann musikalisch. Neben diesen charaktervollen Miniaturen finden sich auch Lieder, Märsche, Tänze und Stücke in festgelegten musikalischen Formen sowie solche, die auf andere, berühmte Komponisten verweisen.

Herttrich fügt in seiner Ausgabe sämtliche im Kontext zum Jugendalbum entstandenen Stücke wieder zusammen. So werden jene von Schumann vor der Drucklegung aussortierten Stückchen in zwei Anhängen mitgeteilt. Aufgrund der Entstehungsgeschichte liegen Herttrich mehrere Quellen vor, die zum Teil als gleichrangig anzusehen sind. Da die korrigierte zweite Auflage der Erstausgabe sämtliche Eintragungen vereinigt, die in Schumanns Handexemplar vermutlich von ihm selbst vorgenommen wurden, benennt Herttrich sie als Fassung letzter Hand und somit als Grundlage für seine Edition. Sorgfältig gleicht er diese Druckausgabe mit den handschriftlichen Quellen ab, deckt einige ungenaue oder fehlerhafte Stellen auf und ändert nur behutsam und angemessen. Auch diese Ausgabe von Schumanns Jugendalbum ist ausführlich kommentiert und liefert schlüssige Begründungen für den vorliegenden Notentext.


 


Robert Schumann.
Album für die Jugend Op. 68.
Hrsg. v. Ernst Herttrich.
Fingersatz von Walther Lampe  • Andreas Groethuysen.

116 S. Urtext. Best.-Nr. 46.
München: G. Henle Verlag, 2007

Dieses Heft fasst die beiden vorher besprochenen in einer Ausgabe ohne Kürzung zusammen.



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