Zum 150. Todestag der "`Rheingräfin

Sibylle Mertens-Schaaffhausen (1797-1857).

Begleitbuch zur gleichnamigen Ausstellung des StadtMuseums Bonn im Ernst-Moritz-Arndt-Haus.
Im Auftrag des Fördervereins StadtMuseum Bonn mit Unterstützung der NRW-Stiftung Natur  • Heimat  • Kultur hrsg. von Ingrid Bodsch. Einleitung und Text von Angela Steidele.

96 S., zahlreiche Abb.
Bonn 2007
ISBN: 3-931878-21-X


Vom 13. September bis zum 25. November war die Ausstellung des Bonner StadtMuseums Zum 150. Todestag der "Rheingräfin" Sibylle Mertens-Schaaffhausen zu sehen. Die Ausstellung und das vorliegende Begleitbuch skizzieren den Lebensweg dieser überaus faszinierenden Frau, die weite Teile des kulturellen Lebens im Rheinland des 19. Jahrhunderts prägte.

Hochrangige Persönlichkeiten, Gelehrte und Künstler aller Sparten gleichermaßen zog es zu ihren berühmten Gesellschaften. Sowohl in ihre Salons im Plittersdorfer Auerhof und in der Bonner Wilhelmstraße, als auch während ihrer letzten Lebensjahre in Rom. Die herausragende Stellung dieser als "`Rheingräfin"' populär gewordenen Frau in Geselligkeit, Musik und Kultur sowie vor allem ihre Rolle als erste anerkannte Altertumskundlerin Deutschlands, gepaart mit einem wachen politischen Bewusstsein ließen sie ein vielseitiges, bewusst bürgerliches Engagement und reges Mäzenatentum wahrnehmen. Adele Schopenhauer, Annette von Droste-Hülshoff, Goethes Schwiegertochter Ottilie u.v.a. gehörten zu ihren engsten Weggefährtinnen.

Über die Dauer der Ausstellung hinaus bleibt der Wert des Begleitbuchs erhalten. Mit zahlreichen Abbildungen wunderbar illustriert, inhaltlich und drucktechnisch sorgfältig aufbereitet, zeichnet der Band den aufregenden und für die damalige Zeit höchst ungewöhnlichen Lebensweg von Sybille Mertens-Schaaffhausen auf fesselnde Weise nach. Eingefangen wird das breite Spektrum der Aktivitäten dieser bemerkenswerten Frau, das von der Organisation der Niederrheinischen Musikfeste über die Initiative zur Vollendung des Kölner Doms bis hin zur Wiederbelebung des Kölner Karnevals reicht. Dokumentiert werden ihre engen Kontakte zu vielen Künstlern, die auch zum Umfeld von Clara und Robert Schumann gehörten. In verwandtschaftlicher Beziehung stand die "`Rheingräfin"' zu Lilla Deichmann, in deren Haus "`Mehlemer Aue"' nicht nur Ehepaar Schumann, sondern vor allem Johannes Brahms ab 1853 häufig zu Gast weilten.

Die einzigartige Sammlung antiker Kostbarkeiten, zweifellos die größte Leistung von Sibylle Mertens-Schaaffhausen, hat sich leider in ihrer Geschlossenheit und Schönheit nicht erhalten. Unter anderem Erbstreitigkeiten ihrer Nachkommen führten dazu. Einzig ihre aus rund 2000 Stücken bestehende Autographensammlung blieb geschlossen erhalten und bildet den Kern der Handschriftenabteilung der Universitätsbibliothek Bonn. Nicht nur durch diesen Umstand, sondern jetzt auch durch dieses Begleitbuch zur Ausstellung wurde Sibylle Mertens-Schaaffhausen dann doch noch ein wohl verdientes "Denkmal" errichtet, wobei sich letzteres kurzweilig und spannend zugleich lesen lässt.

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