Schumanns Schweizerreise 1829

22. August 1829 - Basel

Hotel zum Storch, abgerissen 1954
1. Hotel zum Storch, abgerissen 1954

Sonnabend am 22sten Aug. – le petit Anglais – le noir (?) Schwarzwald  -Näheres Anrücken der Alpen – mehr u. mehr – Kaltenherberg – herrlich schönes Rheintal u. Aussicht auf Basel u. d. Solothurner Alpen – der halbweinende, halblächelnde Himmel -  Eintritt in die Schweiz – üppige Wiesen – schöne Gesichter – Basel – Gasth. Zum Storch (1) – Reinigungen – Befreundung mit d. hannövrischen Offizier – Kaffée – Spaziergang in die traurig-leere, unegale Stadt – Rheinbrücke (2) – das neu-altmodische Rathhaus (3), ein Bild der Schweizer Republick – das Basler Wappen zum Überdruss angebracht – der Münster (4) – Erasmus (1) u. der Kaiserinn Anna Grabmahl (5) – unharmonischer Eindruck d. Münsters – feinstes Mittagessen – Abschied vom Hannöverschen – Einsamkeit – 

2. Die einzig Brücke über den Rhein, Aquarell 1830
2. Die einzig Brücke über den Rhein, Aquarell 1830

Schlaf schlechter – Besuch beym schüchternen Imhof – Caffeehaus sehr viel leipzigerartig – charakterlose Gesichter – enuyante Langeweile – Petrarca – Imhof – angenehmer Spatzirgang – Schützenwiese – herrlicher, reiner Abend – Vorbote schönerer – Nach Schaffhausen o/ Kronthaler mit lächelndem Zorn zurückgewiesen – Abschied v. Imhof – schöner, genialer Brief an Eduard* - dann schlechte Suppe, guter Wein u. eben dieses – Morgen nach Zürich - - *Eduard = Bruder von Robert

Marktplatz mit Rathaus rechts im Hintergrund, um 1830
3. Marktplatz mit Rathaus rechts im Hintergrund, um 1830
4. Epitaph für Erasmus von Rotterdam im Basler Münster
4. Epitaph für Erasmus von Rotterdam im Basler Münster

Erasmus starb 1536 in Basel, seine Freunde Amerbach, Froben und Bischoff bestellte den Gedenkstein aus rotem Kalkstein und der katholische Gelehrte wurde im protestantischen Basler Münster begraben.

Das Medaillon zeigt den römischen Gott der Begrenzung, Terminus, dessen Sinnspruch Ich weiche keinem, Erasmus übernommen hatte.
Die goldene Inschrift würdigt auf 25 lateinischen Zeilen die Verdienste des Verstorbenen.

Die Gebeine Erasmus‘ wurden erst 1974 anlässlich der ausgedehnten Münstergrabungen wieder entdeckt und zu Füssen des Grabmals wieder beigesetzt.

5. Der Kaiserin Grab
5. Der Kaiserin Grab

Schumann sah das Grabmal der Königin Anna von Habsburg. Auf ihren Wunsch wurde die 1281 verstorbene Königin in Basel begraben, weil dort das 1276 im Säuglingsalter verstorben Söhnchen Karl begraben worden war.
Die drei Wappen stehen für Österreich, den römischen König und das Herzogtum Steier.

 

Kaiserin Grab
Kaiserin Grab

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