Elisabeth Schmiedel († 2014)

Elisabeth Schmiedel, die Großnichte Clara Schumanns und Enkelin Woldemar Bargiels, Ehrenmitglied der Robert Schumann Gesellschaft Zwickau ist verstorben.

Elisabeth Schmiedel und Dr. Gerd Nauhaus, heute Ehrenvorsitzender
der Robert-Schumann-Gesellschaft Zwickau e.V., 2006, bei der Ausstellung
„Zwischen Poesie und Musik. Robert Schumann früh und spät“
im Foyer des Schumannhauses Zwickau.
(Copyright: RSH Zwickau)


Tief betroffen hat die Robert-Schumann-Gesellschaft Zwickau soeben erfahren, dass ihr Ehrenmitglied, die Diplomingenieurin und Architektin Elisabeth Schmiedel, am 30. Oktober in Nürnberg im Alter von 95 Jahren verstorben ist.
Elisabeth Schmiedel war die Enkelin von Claras Schumanns Halbbruder Woldemar Bargiel und somit Clara Schumanns Großnichte. Sie war Patenkind von Eugenie Schumann. Bis ins hohe Alter setzte sie sich für die Pflege und Bewahrung des Schumannschen Erbes ein. Wenn sie es gesundheitlich ermöglichen konnte, kam sie immer wieder nach Zwickau und nahm an den hiesigen Schumanntagen und anderen Veranstaltungen teil. Als Zeitzeugin berichtete sie sehr emotional und bildhaft von den Erzählungen ihrer beiden Tanten Marie und Eugenie Schumann über deren Eltern Robert und Clara. Hochbetagt gab sie 2007 gemeinsam mit dem Zwickauer Robert-Schumann-Preisträger Joachim Draheim ein zweibändiges Werk über die Musikerfamilie Bargiel heraus. Ein Jahr später beschenkte sie das Robert Schumann-Haus reich mit Dokumenten und persönlichen Gegenständen aus dem Nachlaß dieser Musikfamilie – darunter vor allem Briefe, Programmzettel, Bilder und andere Dokumente. Auf Anregung
aus Zwickau edierte sie (wiederum gemeinsam mit Joachim Draheim) als Sonderband der Schumann-Studien eine der inzwischen im Robert-Schumann-Haus befindlichen Kostbarkeiten – das Düsseldorfer Reisetagebuch ihres Großvaters Woldemar Bargiel von 1852.
Für ihre Verdienste um die Bewahrung und die Pflege des Schumannschen Erbes erhielt Elisabeth Schmiedel 2008 die Ehrenmitgliedschaft der Robert-Schumann-Gesellschaft Zwickau.
Die Robert-Schumann-Gesellschaft trauert um Elisabeth Schmiedel und wird ihr stets ein ehrendes Andenken bewahren.

Dr. Ute Bär, stellvertretende Vorsitzende der Robert-Schumann-Gesellschaft Zwickau e.V.

Elisabeth Schmiedel (rechts) mit Barbara Schumann, der Enkelin von Ferdinand Schumann, dem einzigen Sohn von Clara und Robert Schumann, der eine Familie gründete und Nachkommen hinterließ. Mariane Bargiel, die Mutter Clara Schumanns ist die Urgroßmutter von Elisabeth Schmiedel und die Ururgroßmutter von Barbara Schumann.
(Copyright: RSH Zwickau)


Bis zuletzt geistig wach, immer hilfsbereit und ziemlich fit: Elisabeth Schmiedel
Das Schumann-Netzwerk trauert um Elisabeth Schmiedel

Mit nunmehr 95 Jahren verstarb Clara Schumanns Großnichte Elisabeth Schmiedel, Enkelin von Clara Schumanns Halbbruder Woldemar Bargiel in Nürnberg.
Die Diplomingenieurin und Architektin war Ehrenmitglied der Robert-Schumann-Gesellschaft Zwickau und hat zusammen mit Joachim Draheim Briefe der Bargiels und das Düsseldorfer Reisetagebuchs ihres Großvaters ediert. Sie nahm bis zuletzt Anteil an der Schumannforschung und den Aktivitäten der Schumannstädte, wobei sie sich dem Robert-Schumann-Haus in Zwickau, dessen Sammlungsbestand sie durch Schenkungen erweiterte, und dem langjährigen Direktor des Schumannhauses und heutigen Ehrenvorsitzenden der Robert-Schumann-Gesellschaft Zwickau, Dr. Gerd Nauhaus, besonders verbunden fühlte. Die Etablierung und das Blühen und Gedeihen des Schumann-Netzwerks verfolgte sie mit großem Interesse und erst vor wenigen Monaten hat sie dem StadtMuseum Bonn, dem Sitz des Schumann-Netzwerks, ganz ohne Schumann-Bezug viele Bonn-Fotos aus der Zeit um 1900 geschenksweise vermacht.

2007 hat Elisabeth Schmiedel den in ihren Händen befindlichen Nachlass ihres Großvaters Woldemar Bargiel an die Musikabteilung der Staatsbibliothek Berlin PK, ebenfalls Mitglied im Schumann-Netzwerk, übergeben. Der mit der Signatur 55 Nachl 59 verzeichnete Nachlass liefert "neue Aspekte zum Künstlerkreis um das Künstlerehepaar Clara und Robert Schumann, Johannes Brahms und den Geiger Joseph Joachim [und ist] eine wichtige Ergänzung zum bereits bestehenden Autographen- und Nachlassbestand (Mus.Nachl. Bargiel). [...] Der Nachlass steht als ein in sich abgeschlossener Kosmos da, der auch ein Abbild der Berliner Musikkultur des 19. Jahrhunderts liefert. Zugleich ist er ein wichtiger Mosaikstein für die Schumann- und Brahmsforschung und überhaupt die Musikforschung dieser für die
Musikentwicklung so wichtigen Zeit.

Vgl. http://staatsbibliothek-berlin.de/

Ingrid Bodsch, Projektleitung Schumann-Netzwerk

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